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Stromabrechnung mit Blockchain – erste Pilotprojekte in der Schweiz

Blockchain hat auch im Energiemarkt gewisses Potenzial. Diese Technologie sorgt für sichere Transaktionen in Peer-to-Peer-Anwendungen und bietet sich zum Beispiel für die Abrechnung und Zertifizierung in Eigen- Verbrauchsgemeinschaften an. Seit wenigen Monaten laufen erste Pilotprojekte im Kanton Bern.

Das Innovationslab von Postfinance hat zusammen mit Energie Wasser Bern die Anwendung „Blockchain for Utility B4U“ entwickelt. In einer Stadtberner Wohngenossenschaft und einem privaten Mehrfamilienhaus laufen nun die Stromabrechnungen über Blockchain. Die smarten Stromzähler verwenden die erfassten Verbrauchs- und Produktionsdaten für die direkte Abrechnung mittels Blockchain. Auch kann über die Erfassung durch Blockchain die Energie zertifiziert werden, ein Vorteil wenn es um den Nachweis der Herkunft der Energie geht. Die wird z.Bsp. bei einer Vermarktung der Energie an Dritte wichtig. Der Nachweis, dass die Energie erneuerbar produziert wurde, hat auf dem Markt einen Wert – den sogenannt ökologischen Mehrwert.  Der Konsument, der gleichzeitig Produzent ist, kann sich auf einem Portal einloggen und seinen persönlichen Stromverbrauch und die dafür anfallenden Kosten ansehen. Verrechnet wird ganz normal in Schweizer Franken.

Mit diesen zukunftsweisenden Pilotprojekten sammeln die beteiligten Unternehmen wertvolle Erfahrungen. Die Anwendung könnte den administrativen Aufwand bei der Stromabrechnung deutlich verringern. Gleichzeitig wird beim Pilot in Bern darauf geachtet,  nicht zu viel Energie zu verbrauchen. Laut Postfinance sind die Transaktionen auf einer beschränkten Anzahl Servern gespeichert – sie ist also nicht vergleichbar mit der Bitcoin-Blockchain, die absolut dezentral auf einer sehr grossen Anzahl von Servern gespeichert ist. Das wäre viel zu energieintensiv und würde der Idee einer nachhaltigen Energiewirtschaft widersprechen. Ein Pilotprojekt, das wir mit Interesse weiter beobachten werden.

 

 

Über die Distributed-Ledger-Technologie und Blockchains

Die Basistechnologie für alle Arten von Blockchain-Anwendungen ist die Distributed Ledger Technologie (DLT). DLT funktioniert wie ein digitales Geschäftsbuch: Die an einer Transaktion beteiligten Partner legen die Daten der Transaktionen in einer Blockchain ab. Dadurch sind sie für alle Partner unter Wahrung der Vertraulichkeit in Echtzeit einseh- und überprüfbar. Rückwirkend können die Daten nicht verändert werden. Die gegenseitige Kontrolle und die Unveränderbarkeit der Daten schaffen Nachweisbarkeit und Vertrauen. Weil alle Partner in Echtzeit auf dieselben Daten zugreifen, vereinfachen Blockchains die Zusammenarbeit und ermöglichen eine höhere Automatisierung von administrativen Prozessen. (Quelle: Swisscom)

 

 

Weitere Informationen zum Thema:

www.nzz.ch/schweiz/mieter-kommen-dank-blockchain-ld.1440648

Artikel Handelsblatt November 2017 (pdf)

 

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