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Kooperation, Fusion oder Selbständigkeit

In Strategieprozessen stellt sich oft die Frage, wofür ein EVU zu klein oder nicht gross genug ist. Wo kann durch Zusammenarbeit Kosten gespart werden? Wo erreicht man zusammen bessere Resultate? Welche Kooperationsmöglichkeiten gibt es?

Üblich und historisch verankert sind in der Schweizer Energiewirtschaft Beschaffungsgemeinschaften für Energie. Traditionell sind dies eigene Produktions- und Portfoliobewirtschaftungs-Gesellschaften, an welchen EVUs als Weiterverteiler beteiligt sind. Die Aktionäre haben entsprechende Energie-Bezugsrechte bzw. -pflichten. Seit dem Einzug der tiefen Marktpreise haben sich diese Modelle geöffnet, die Aktionäre wie auch Produzenten und Händler sind frei, ihre Energie auch auf dem Markt zu beziehen oder zu verwerten.

Kooperationen im Vertrieb beispielsweise oder auch bei Energiedienstleistungen sind sehr interessant, doch sie führen zur Aufgabe der Identität des einen oder von allen Partnern. Oft werden solche Zusammenarbeitsformen deshalb von den Eigentümern der EVUs - mehrheitlich der öffentlichen Hand - im Sinne einer Identität des Bürgers mit der Gemeinde abgelehnt. Die Dienstleistung hat hier sehr stark den Charakter des Service Public. Dies, obwohl oft klar ist, dass bei einer gewissen Grösse die Zusammenarbeit mit anderen EVUs - v.a in der Region - effizienter wäre.

Die grössten Synergien - so zeigen Beispiele - liegen jedoch v.a. bei kleineren Werken in Fusionen. Spezialisierungen werden möglich, das Zusammenlegen von Aufgabenbereichen spart Kosten, und die Führung wird schlanker.

Die Schweizer EVUs bewegen sich bezüglich dieser Fragen von Kooperationen, Fusionen oder anderen Zusammenarbeitsformen -  zumindest in Gesprächen. Wir sind gespannt, welche Geschäftsmodelle sich in Zukunft in der Schweizer EVU-Landschaft etablieren werden.