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Regulierungen sorgen für Verunsicherungen

Die Regulierungen halten die Branche aktuell auf Trab und sorgen für Verunsicherung. Anfangs Jahr gab das UVEK den WACC für das Jahr 2017 bekannt (durchschnittlicher Kapitalkostensatz für
Investitionen ins Stromnetz). Dass dieser mit 3.83% tiefer angesetzt wurde als in den vergangenen Jahren (seit 2014: 4.7%), war aufgrund des Tiefzinsumfelds zu erwarten. Die Änderung der Berechnungsmethode nur drei Jahre nach der letzten Anpassung überraschte jedoch sehr.

Nach der Sommerpause informierte die ElCom über die definitive Einführung der Sunshine Regulierung mit dem Inkrafttreten des StromVG, wenige Tage danach setzte der Bundesgerichtsentscheid über die Zuordnung der Kosten des Energieportfolios und auf die maximal anrechenbaren Verwaltungs- und Vertriebskosten (inkl. Gewinn) von CHF 150 die Branche in Aufruhr (vgl. ElCom Newsletter).

Die Kantone beschäftigen sich mit der Umsetzung der „Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich“ (MuKEn 2014), welche bis spätestens 2018 in den kantonalen Gesetzgebungen verankert sein sollen und bis 2020 zur Anwendung kommen. Diese haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Gasgeschäft der Versorger, je nach dem wie strikt die Empfehlung der EnDK 'Konferenz Kantonaler Energiedirektoren' im einzelnen Kanton umgesetzt wird. 

Aktuell behandelt das Parlament das erste Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie (Atomausstiegs-Initiative). Die Differenzen sind bereinigt und das Geschäft kommt nun in die Schlussabstimmung. Etwa 80 Prozent des ursprünglichen Pakets der ES 2050 sind laut UVEK übrig geblieben. Immer im Blick sind auch die kommende Gasmarkt - und vollkommene Strommarktliberalisierung, welche unter Umständen ebenso anfangs des nächsten Jahrzehnts in Kraft treten könnten.

Unsicherheiten lassen Investitionsentscheide für Fremdkapital- wie auch Eigenkapitalgeber teurer, schwieriger und unattraktiver werden. Regulierungen sollten jedoch Sicherheit und Klarheit vermitteln. Aktuell wird dadurch in der Branche viel Energie für gute und nachhaltige Initiativen gebremst.